Arbeitsgruppe „Begegnungszone“ fällt faulen Kompromiss

Nach der Sperrung des Postplatzes rief der Gemeinderat die Arbeitsgruppe «Begegnungszone» zur Findung einer breit abgestützten Verkehrsführung ins Leben. Die Zusammensetzung, die Moderation und die Methodik zur Findung einer Lösung der Arbeitsgruppe wurden falsch gesetzt. Das Resultat bleibt unausgewogen und einfallslos.

Im Sommer 2017 sperrte die Gemeinde aus Sicherheitsgründen des Langsamverkehrs die 12 Parkplätze vor dem Postplatz 1 – 3. Sie tat dies ohne geschickte begleitende Kommunikation. Eine von der Apotheke orchestrierte Opposition hatte anschliessend sehr viel Staub aufgewirbelt und eine Petition eingereicht. Verschieden Private reichten im Anschluss Vorschläge ein, wie die Parkplatzsituation behoben werden könnte.

 

Am 3. Oktober 2017 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Arbeitsgruppe „Begegnungszone“ einzusetzen, mit der eine breit abgestützte und den öffentlichen Interessen an Verkehrssicherheit, der Anwohner- und Gewerbefreundlichkeit sowie eine dem Ortszentrum entsprechende Verkehrsführung für die Begegnungszone rund um den Postplatz gefunden werden soll. Es wurden drei Sitzungen durchgeführt (11.12.2017, 29.01.2018 und 26.3.2018). Bemerkenswert war, dass nur der Vertreter der SP mit Hilfe von klaren Begründungen handfeste Vorschläge einreichte, wie die Flut des Schleichverkehrs während der jeweiligen Stauspitzen reduziert werden könnte.

Zurückhaltung aus Angst um eine neue Empörungswelle

Leider liessen die Positionen der anderen Vertreter vieles zu wünschen übrig. SVP, FDP, EVP und die direkten Gemeindevertreter zeigten sich wegen des «Aufschreis» der Postplatzsperrung im Sommer 2017 zurückhaltend und gaben an, die 12 Parkplätze «bewahren» zu wollen.

 

In der Schlussabstimmung votierten 24 Personen für die Version „Längsparkierung“. Der Vertreter der SP Bassersdorf enthielt sich als einziger der Stimme und legte anschliessend ein Veto zu den oberirdischen Parkplätzen wegen den mangelhaften Sicherheitsaspekten zum Schutz des Langsamverkehrs und der fehlenden Verbindung von Gestaltungsmöglichkeiten zwischen Dorf- und Postplatz ein.

Gemässigte Stimmen wurden nicht gehört

Es gilt noch anzumerken, dass die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe – manche Mitglieder konnten in Anbetracht der Eigeninteressen nicht anders Stimmen – unausgewogen war. In einer wirklichen Mediation sollte auf die Zusammensetzung der Gruppe besser geachtet werden.

 

Ausserdem war die Methodik der Arbeitsgruppe fehlerhaft. Es bestand kein Kriterienkatalog zur Abwägung der Vor- und Nachteile von oberirdischen Parkplätzen, noch eine stärkere Gewichtung der Sicherheit für Velofahrer und Fussgänger gegenüber der freien Fahrt des motorisierten Individualverkehrs.

 

Viele Personen, die häufig zu Fuss oder mit dem Velo den Postplatz passieren, kritisieren die unhaltbaren Zustände des Suchverkehrs in der Begegnungszone. Die von der Arbeitsgruppe beschlossene Empfehlung ändert nichts an dieser Situation. Der Langsamverkehr, der Vortritt in der Begegnungszone geniessen sollte, bleibt durch unberechenbare Parkmanöver weiterhin stark beeinträchtigt.

Bassersdorf muss über den Tellerrand hinausdenken

Fest steht, dass auf unserem Dorfplatz noch zu wenig öffentliches Leben stattfindet. Ein grosszügiger, schöner Postplatz mit Treppenstufen, schattenspendenden Bäumen und Picknicktischen würde zum Verweilen einladen und so dem Dorfbild neues Leben einhauchen.